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Digitaler Nachlass leicht erklärt. Wobei brauchst du Unterstützung?
Digitale Inventarliste

Die digitale Inventarliste: Deine Schatzkarte für den Nachlass

Stell dir vor, du erbst ein Haus. Aber es gibt keine Schlüssel, keine Adresse und du weißt nicht einmal, in welcher Stadt es steht. Klingt absurd? Genau das passiert jeden Tag mit digitalem Erbe. Hinterbliebene wissen oft, dass der Verstorbene „irgendwas mit Bitcoin“ gemacht hat oder „viele Fotos in der Cloud“ hatte. Aber bei welchem Anbieter? Unter welchem Benutzernamen? Damit deine digitalen Schätze nicht im Datennirvana verschwinden, brauchst du eine Landkarte. Wir nennen sie die digitale Inventarliste. Heute zeige ich dir, wie du sie aufbaust – sicher, strukturiert und ohne dass du deine Geheimnisse auf ein Post-it schreiben musst.

Die Goldene Regel: Trenne Karte und Schlüssel

Bevor wir starten, das Wichtigste vorab: Schreibe NIEMALS deine Passwörter direkt in diese Liste. Warum? Diese digitale Inventarliste soll deinen Erben einen Überblick geben. Sie liegt vielleicht ausgedruckt in deinem Notfall-Ordner. Wenn dort steht: „Coinbase-Konto: 10 Bitcoin, Passwort: Hasi123“, freut sich jeder Einbrecher.

  • Die Liste (Das „Was“): Zeigt, welche Konten existieren.
  • Der Passwort-Manager (Das „Wie“): Enthält die Zugangsdaten.
  • Die Verbindung: In der Liste steht nur der Hinweis: „Zugangsdaten im Passwort-Manager unter ‚Finanzen’“.

Die Struktur: 5 Kategorien für deine digitale Inventarliste

Ein leeres Blatt Papier überfordert. Teile dein digitales Leben in diese fünf Bereiche auf, um eine lückenlose digitale Inventarliste zu erstellen:

  1. Hardware & Geräte: PC, Laptop, Smartphone, USB-Sticks. Wo liegen die Geräte?
  2. Zugang & Identität: E-Mail-Konten und dein Passwort-Manager (z.B. Bitwarden oder KeePass).
  3. Finanzen & Verträge: Online-Banking, PayPal und Krypto-Börsen. (Siehe auch: Digitale Abos kündigen).
  4. Erinnerungen & Clouds: Google Drive, iCloud oder Dropbox.
  5. Social Media & Gaming: Facebook, Instagram, LinkedIn oder Steam-Bibliotheken.

Die Vorlage: So könnte ein Eintrag aussehen

Du brauchst keine komplizierte Software. Eine Excel-Tabelle oder eine saubere Word-Liste reicht für deine digitale Inventarliste. Hier ist eine bewährte Struktur:

Anbieter / DienstBenutzernameWas ist das?Handlungsanweisung
GMXmax.muster@gmx.deHaupt-E-MailWICHTIG: Nicht löschen!
Coinbasemax.muster@gmx.deKrypto-BörseGuthaben prüfen & auszahlen.
Netflixmax.muster@gmx.deStreaming-AboBitte sofort kündigen.

Tipp: Nutze für deine digitale Inventarliste ein Ampelsystem. Rot für „Sofort kündigen“, Grün für „Vermögenswert sichern“.

Wie oft muss ich die Liste aktualisieren?

Das Internet ist schnelllebig. Eine digitale Inventarliste von 2015 ist heute wertlos. Mache den „Geburtstags-Check“: Einmal im Jahr nimmst du dir 15 Minuten Zeit, um neue Abos hinzuzufügen oder gelöschte Konten zu entfernen. Drucke die neue Liste aus und vernichte die alte Version sicher.

Fazit: Ordnung ist Fürsorge

Diese digitale Inventarliste zu erstellen, dauert vielleicht einen verregneten Sonntagnachmittag. Aber für deine Hinterbliebenen spart sie wochenlange Recherche und Frust. Sie ist der Wegweiser durch den Dschungel deiner Daten.

Du hast die Liste fertig? Dann schauen wir uns im nächsten Artikel den wichtigsten Eintrag darauf genauer an: Dein E-Mail-Postfach. Warum das der „Master Key“ ist, liest du in: E-Mail-Postfächer vererben: Outlook, GMX & Web.de rechtssicher regeln.


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